FI Typ B für 11 kW Wallbox richtig auswählen
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Warum eine 11 kW Wallbox besondere Anforderungen stellt
Eine 11 kW Wallbox wird in der Regel dreiphasig mit 3 × 16 Ampere betrieben und zählt damit zu den Dauerlast-Verbrauchern im Haushalt. Anders als herkömmliche Endstromkreise enthält eine Wallbox Leistungselektronik und Gleichrichter, wodurch im Fehlerfall sogenannte glatte Gleichfehlerströme (DC) entstehen können.
Diese können herkömmliche FI Typ A Schutzschalter beeinflussen oder im ungünstigsten Fall in ihrer Schutzfunktion einschränken. Deshalb gelten für Ladeeinrichtungen besondere Anforderungen nach:
- DIN VDE 0100-722
- DIN EN 62423
Ist bei einer 11 kW Wallbox ein FI Typ B Pflicht?
Grundsätzlich gilt:
Ein FI Typ B ist erforderlich, wenn die Wallbox keine integrierte DC-Fehlerstromüberwachung ≥ 6 mA besitzt.
Viele moderne Wallboxen verfügen über eine eingebaute 6 mA DC-Erkennung. In diesen Fällen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein FI Typ A EV ausreichend sein. Fehlt diese Funktion, ist ein FI Typ B zwingend erforderlich, um normkonform zu installieren.
Im gewerblichen Umfeld oder bei unklarer Dokumentation wird häufig direkt FI Typ B eingesetzt, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Welche Ausführung ist bei 11 kW üblich?
Typische Konstellation bei 11 kW:
- 3-phasiger Anschluss
- 3 × 16 A Betriebsstrom
- Vorsicherung meist 16 A oder 20 A
In den meisten privaten Installationen ist ein:
- FI Typ B 40 A / 30 mA, 4-polig
ausreichend dimensioniert, sofern die Wallbox über einen separaten Stromkreis abgesichert ist.
40 A oder 63 A bei 11 kW?
Bei einer einzelnen 11 kW Wallbox mit separater Zuleitung reicht in der Regel 40 A aus.
Ein 63 A FI kann sinnvoll sein, wenn:
- mehrere Verbraucher über denselben FI laufen
- Reserve für spätere Erweiterungen geplant ist
- hohe Umgebungstemperaturen vorliegen
- die Vorsicherung größer dimensioniert ist
Eine Überdimensionierung ist technisch zulässig, muss jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein.
Warum ist DC-Fehlerstrom bei 11 kW relevant?
Auch bei 11 kW können im Fehlerfall glatte Gleichströme auftreten. Diese entstehen durch:
- Defekte Leistungselektronik
- Isolationsfehler im Fahrzeug
- Fehler in der Ladeelektronik
Ein FI Typ B erkennt:
- Wechselströme
- pulsierende Gleichströme
- glatte Gleichströme
Damit bietet er den umfassendsten Schutz.
Häufige Fehler bei der Auswahl
Typische Installationsfehler:
- Typ A ohne DC-Überwachung verwenden
- falsche Bemessungsstromwahl
- zu viele Stromkreise über einen FI führen
- fehlende Berücksichtigung der Vorsicherung
Eine korrekte Auslegung sollte immer durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.
Praxisbeispiel
Private Garage, Einfamilienhaus:
- 11 kW Wallbox
- separate Leitung
- Vorsicherung 3 × 16 A
- keine integrierte DC-Erkennung
Empfehlung:
FI Typ B 40 A / 30 mA, 4-polig, separater Stromkreis.
Fazit
Für eine 11 kW Wallbox ist die Auswahl des richtigen FI entscheidend. Entscheidend sind:
- Vorhandensein einer DC-Überwachung
- Vorsicherung
- Installationsumgebung
- zukünftige Erweiterungsplanung
In den meisten Standardinstallationen ist ein 40 A FI Typ B ausreichend, sofern keine besonderen Rahmenbedingungen vorliegen.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• 11 kW vs. 22 kW Wallbox – Einfluss auf die FI-Auswahl
• FI Typ B 40A oder 63A bei 22 kW Wallbox?
• Checkliste: FI Typ B für Wallbox richtig auswählen