FI Typ B 40A oder 63A bei 22 kW Wallbox?
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Die häufigste Praxisfrage bei 22 kW Ladepunkten
Eine 22 kW Wallbox arbeitet mit:
3 × 32 A Dauerstrom
Damit stellt sich automatisch die Frage:
Reicht ein FI Typ B 40 A – oder sollte 63 A gewählt werden?
Die Entscheidung betrifft nicht den Auslösestrom (z. B. 30 mA), sondern den zulässigen Bemessungsstrom des Geräts.
Was bedeutet 40 A oder 63 A beim FI?
Der Wert (40 A / 63 A) beschreibt:
→ den maximal zulässigen Dauerstrom des FI
Er hat nichts mit dem Fehlerstrom-Auslösestrom zu tun.
Dieser liegt üblicherweise bei 30 mA.
Belastung bei 22 kW
Eine 22 kW Wallbox zieht:
- 32 A pro Phase
- über mehrere Stunden
- oft als Dauerlast
Ein 40 A FI arbeitet hier mit relativ geringer Reserve.
Wann kann 40 A ausreichend sein?
Ein 40 A FI Typ B kann ausreichend sein, wenn:
- die Vorsicherung korrekt ausgelegt ist
- keine weiteren Verbraucher über denselben FI laufen
- ausreichend thermische Reserve im Verteiler vorhanden ist
- die Umgebungstemperatur niedrig bleibt
In der Praxis wird er jedoch nahe seiner Dauerbelastungsgrenze betrieben.
Warum 63 A häufig empfohlen wird
Ein 63 A FI bietet:
- größere thermische Reserve
- geringere Erwärmung
- höhere Dauerlastfähigkeit
- bessere Zukunftssicherheit
Gerade bei 22 kW Installationen mit möglicher Erweiterung ist 63 A oft die robustere Lösung.
Thermische Betrachtung
Bei Dauerlast kann es zu Erwärmung kommen.
Ein 40 A FI bei 32 A Dauerstrom:
→ ca. 80 % Auslastung
Ein 63 A FI bei 32 A:
→ ca. 50 % Auslastung
Mehr Reserve bedeutet:
- geringere Bauteilbelastung
- längere Lebensdauer
- geringeres Risiko von Erwärmungsproblemen
Rolle der Vorsicherung
Die Vorsicherung muss mit dem FI abgestimmt sein.
Beispiel:
- 3 × 32 A Absicherung
- 22 kW Wallbox
- Dauerlastbetrieb
Hier ist 63 A FI technisch oft die konservativere Wahl.
Praxisbeispiel
22 kW Wallbox im Einfamilienhaus:
Variante 1:
FI Typ B 40 A / 30 mA
→ funktioniert technisch, aber geringe Reserve
Variante 2:
FI Typ B 63 A / 30 mA
→ mehr thermische Stabilität, bessere Langzeitlösung
Häufige Missverständnisse
„40 A reicht immer, weil nur 32 A fließen.“
→ Theoretisch ja, praktisch ist Reserve sinnvoll.
„63 A ist nur für Industrie nötig.“
→ Nicht zwingend. Auch privat kann Reserve sinnvoll sein.
„63 A löst später aus.“
→ Falsch. Der Fehlerstrom-Auslösestrom (z. B. 30 mA) bleibt identisch.
Fazit
Bei einer 22 kW Wallbox kann ein FI Typ B 40 A technisch ausreichend sein, wird jedoch nahe seiner Dauergrenze betrieben.
Ein FI Typ B 63 A bietet:
- größere thermische Reserve
- geringere Erwärmung
- höhere Betriebssicherheit
- bessere Zukunftssicherheit
Die finale Auswahl sollte unter Berücksichtigung von Vorsicherung, Verteilergröße und Anlagenstruktur erfolgen.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• FI Typ B für 11 kW Wallbox richtig auswählen
• FI Typ B für 22 kW Wallbox – welche Ausführung ist notwendig?
• FI Typ B wird warm bei 22 kW Wallbox – normal oder Problem?