FI Typ B 4-polig für Wallbox – wann zwingend notwendig?
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Warum bei Wallboxen meist ein 4-poliger FI eingesetzt wird
Wallboxen im Leistungsbereich von 11 kW oder 22 kW werden in Deutschland üblicherweise dreiphasig (L1, L2, L3 + N) betrieben. Damit ergeben sich vier aktive Leiter, die im Fehlerfall vollständig überwacht und abgeschaltet werden müssen.
Aus diesem Grund kommt in den meisten Installationen ein:
FI Typ B 4-polig
zum Einsatz.
Was bedeutet „4-polig“?
Ein 4-poliger Fehlerstromschutzschalter überwacht und schaltet:
- L1
- L2
- L3
- Neutralleiter (N)
Im Fehlerfall werden alle Leiter gleichzeitig abgeschaltet. Das ist bei Drehstromverbrauchern wie einer Wallbox entscheidend.
Wann ist ein 4-poliger FI zwingend erforderlich?
Ein 4-poliger FI Typ B ist zwingend notwendig, wenn:
- die Wallbox dreiphasig betrieben wird
- ein Neutralleiter vorhanden ist
- eine vollständige Abschaltung aller aktiven Leiter erforderlich ist
Das betrifft praktisch alle 11 kW und 22 kW Wallboxen im privaten und gewerblichen Bereich.
Gibt es Fälle mit 2-poligem FI?
Ein 2-poliger FI kommt nur in Sonderfällen zum Einsatz, etwa:
- bei einphasigen Wallboxen
- bei reduzierter Ladeleistung (z. B. 3,7 kW oder 7,4 kW)
- bei bestimmten Netzkonfigurationen
Bei klassischen 11 kW und 22 kW Installationen ist ein 2-poliger FI nicht geeignet.
Warum ist die vollständige Abschaltung wichtig?
Im Fehlerfall – insbesondere bei DC-Fehlerströmen – muss die Schutzmaßnahme sicherstellen, dass:
- keine Phase weiter Spannung führt
- keine asymmetrische Restspannung bestehen bleibt
- keine gefährlichen Potenziale auftreten
Ein 4-poliger FI sorgt für eine allpolige Abschaltung und entspricht damit der üblichen Installationspraxis bei Drehstrom-Ladeeinrichtungen.
Zusammenhang mit FI Typ B
Der Begriff „4-polig“ beschreibt die Anzahl der geschalteten Leiter.
„Typ B“ beschreibt die Fehlerstromerkennung (AC + DC).
Für Wallboxen ohne integrierte DC-Überwachung wird häufig verwendet:
FI Typ B 4-polig, 30 mA, 40 A oder 63 A
Die Auswahl des Bemessungsstroms hängt von der Ladeleistung (11 kW oder 22 kW) und der Vorsicherung ab.
Häufige Fehler
Typische Fehlentscheidungen bei Wallbox-Installationen:
- Einsatz eines 2-poligen FI bei dreiphasigem Anschluss
- Neutralleiter nicht mit abgeschaltet
- falsche Kombination aus Leitungsschutz und FI
Solche Fehler können zu normwidrigen Installationen oder Sicherheitsrisiken führen.
Praxisbeispiel
Einfamilienhaus mit 11 kW Wallbox:
- Drehstromanschluss
- 3 × 16 A
- Neutralleiter vorhanden
Erforderlich:
FI Typ B 4-polig, 40 A / 30 mA.
Bei 22 kW mit 32 A:
FI Typ B 4-polig, 63 A / 30 mA.
Fazit
Bei dreiphasigen 11 kW und 22 kW Wallboxen ist ein FI Typ B 4-polig die technisch und normativ übliche Lösung.
Ein 2-poliger FI kommt nur bei einphasigen Ladeeinrichtungen in Betracht. In klassischen Drehstrominstallationen ist die 4-polige Ausführung erforderlich, um eine vollständige und sichere Abschaltung zu gewährleisten.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• FI Typ B für 11 kW Wallbox richtig auswählen
• FI Typ B für 22 kW Wallbox – welche Ausführung ist notwendig?
• FI Typ B im Einfamilienhaus richtig planen