FI Typ B löst beim Laden aus – Ursachen und Lösungen
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Wenn der FI während des Ladevorgangs auslöst
Eine häufige Praxisfrage lautet:
Warum löst der FI Typ B beim Laden der Wallbox aus?
Eine Auslösung ist grundsätzlich ein Schutzmechanismus – sie zeigt an, dass ein Fehlerstrom erkannt wurde. Allerdings kann die Ursache unterschiedlich sein und muss fachlich eingeordnet werden.
Mögliche Ursachen für die Auslösung
1. Tatsächlicher Isolationsfehler
Ein Defekt im:
- Fahrzeug
- Ladekabel
- Wallbox
- Zuleitung
kann zu einem echten Fehlerstrom führen. In diesem Fall arbeitet der FI korrekt.
2. Hohe Ableitströme im Fahrzeug
Moderne Elektrofahrzeuge enthalten:
- Leistungselektronik
- Filter
- Ladegleichrichter
Diese Bauteile erzeugen betriebsbedingte Ableitströme. Bei ungünstiger Kombination mit anderen Verbrauchern kann der Summenstrom nahe an die 30 mA-Auslöseschwelle heranreichen.
3. Mehrere Verbraucher auf einem FI
Wenn die Wallbox nicht separat abgesichert ist, sondern sich den FI mit weiteren Stromkreisen teilt, addieren sich die Ableitströme.
Das führt häufig zu:
- sporadischen Auslösungen
- Auslösung bei hoher Last
- Auslösung beim Einschalten
4. Fehlerhafte Dimensionierung
Typische Fehler:
- 40 A FI bei 22 kW Wallbox
- thermisch überlastete Installation
- ungeeignete Vorsicherung
Eine thermische Überlastung kann indirekt zu Fehlauslösungen führen.
5. Feuchtigkeit oder Witterungseinflüsse
Gerade bei Außeninstallationen kann:
- Kondenswasser
- eindringende Feuchtigkeit
- beschädigte Leitungen
zu erhöhten Ableitströmen führen.
6. Defektes Fahrzeug
Nicht selten liegt die Ursache im Fahrzeug selbst. Ein interner Isolationsfehler kann beim Laden einen Fehlerstrom erzeugen, den der FI korrekt erkennt.
Unterschied: berechtigte Auslösung oder Fehlauslösung?
Ein FI Typ B löst aus, wenn:
- 30 mA Differenzstrom überschritten werden
- ein DC-Fehlerstrom erkannt wird
Eine „Fehlauslösung“ liegt selten am FI selbst, sondern meist an:
- Summenableitströmen
- falscher Installation
- mangelnder Trennung der Stromkreise
Wie lässt sich das Problem eingrenzen?
Ein systematisches Vorgehen:
- Fahrzeug an anderer Wallbox testen
- Andere Verbraucher vom FI trennen
- Isolationsmessung durchführen
- Sichtprüfung auf Feuchtigkeit
- Dimensionierung prüfen (Vorsicherung / Bemessungsstrom)
Die Diagnose sollte ausschließlich durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.
Wann ist ein stärker dimensionierter FI sinnvoll?
Ein höherer Bemessungsstrom (z. B. 63 A statt 40 A) kann helfen, wenn:
- thermische Belastung vorliegt
- 22 kW dauerhaft betrieben werden
- mehrere Verbraucher angeschlossen sind
Wichtig: Der Auslösestrom von 30 mA bleibt gleich. Ein größerer Bemessungsstrom reduziert nicht die Empfindlichkeit gegenüber Fehlerströmen.
Praxisbeispiel
22 kW Wallbox, 40 A FI, mehrere Verbraucher:
- Auslösung bei Volllast
- Verteiler stark erwärmt
Lösung:
- Umrüstung auf 63 A FI
- Separate Absicherung
- Überprüfung der Vorsicherung
Fazit
Wenn ein FI Typ B beim Laden auslöst, liegt meist eine reale Ursache vor. Häufige Gründe sind:
- Summenableitströme
- fehlerhafte Installation
- falsche Dimensionierung
- Fahrzeugprobleme
Eine fachgerechte Diagnose ist entscheidend, um unnötige Bauteiltausche zu vermeiden und die Anlage normgerecht zu betreiben.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• Summenableitströme bei mehreren Wallboxen – warum FI auslöst
• Wallbox löst FI bei Regen aus – mögliche Gründe
• Mehrere Wallboxen über einen FI – zulässig oder problematisch?