FI Typ B wird warm bei 22 kW Wallbox – normal oder Problem?
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Wenn der FI im Verteiler spürbar warm wird
Bei einer 22 kW Wallbox fließen dauerhaft bis zu 32 A pro Phase. Viele Betreiber stellen nach einiger Zeit fest:
Der FI Typ B wird während des Ladevorgangs spürbar warm.
Ist das normal – oder ein Hinweis auf ein Problem?
Grundsätzlich: Erwärmung ist bis zu einem gewissen Grad normal
Ein Fehlerstromschutzschalter führt dauerhaft Strom. Dabei entsteht durch den Innenwiderstand Wärme.
Bei 22 kW (3 × 32 A) gilt:
- hohe Dauerlast
- mehrere Stunden Ladezeit möglich
- erhöhte thermische Belastung im Verteiler
Eine leichte Erwärmung ist daher technisch normal.
Wann ist die Erwärmung unkritisch?
Unkritisch ist die Situation, wenn:
- der FI handwarm ist
- keine Geruchsbildung auftritt
- keine Verfärbung sichtbar ist
- keine wiederholten Auslösungen auftreten
Geräte sind für Dauerbetrieb bei Nennstrom ausgelegt.
Wann wird es kritisch?
Problematisch kann es werden, wenn:
- der FI sehr heiß wird
- Kunststoff sich verfärbt
- ein Geruch nach Erwärmung entsteht
- benachbarte Bauteile stark mit erwärmt werden
Dann sollten folgende Punkte geprüft werden.
Mögliche Ursachen für starke Erwärmung
1. Unterdimensionierung
Ein häufiger Fehler:
40 A FI bei 22 kW Installation
Bei 32 A Dauerlast ist die Reserve gering. In solchen Fällen ist ein 63 A FI Typ B meist die technisch richtige Wahl.
2. Hohe Umgebungstemperatur im Verteiler
In kleinen Unterverteilungen ohne ausreichende Luftzirkulation kann sich Wärme stauen.
Mehrere dicht aneinander liegende Schutzgeräte erhöhen die Temperatur zusätzlich.
3. Lockere oder schlecht angezogene Klemmen
Schlechte Kontaktstellen führen zu:
- erhöhtem Übergangswiderstand
- zusätzlicher Wärmeentwicklung
- möglicher Brandgefahr
Das ist eine häufig unterschätzte Ursache.
4. Mehrere Verbraucher über denselben FI
Wenn zusätzlich zur Wallbox weitere Stromkreise über denselben FI laufen, erhöht sich die Strombelastung und damit die Erwärmung.
Technische Reserve richtig planen
Bei 22 kW Installationen gilt als bewährte Praxis:
- FI Typ B 63 A / 30 mA
- separate Absicherung
- ausreichend dimensionierter Leitungsquerschnitt
- saubere Verdrahtung
Eine ausreichende Reserve reduziert thermische Belastung deutlich.
Praxisbeispiel
22 kW Wallbox:
- 3 × 32 A
- 40 A FI verbaut
- Verteiler eng bestückt
Ergebnis:
- FI wird deutlich heiß.
Lösung:
- Umrüstung auf 63 A FI, bessere Wärmeverteilung im Verteiler.
Fazit
Ein FI Typ B darf bei 22 kW Wallbox-Betrieb warm werden – das ist technisch normal.
Kritisch wird es bei:
- starker Überhitzung
- Verfärbung
- Geruchsbildung
- wiederholten Auslösungen
In vielen Fällen ist eine Unterdimensionierung (40 A statt 63 A) oder eine mangelhafte Installation die Ursache.
Die Überprüfung sollte stets durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• FI Typ B 40A oder 63A bei 22 kW Wallbox?
• FI Typ B für 22 kW Wallbox – welche Ausführung ist notwendig?
• FI Typ B im Einfamilienhaus richtig planen