FI Typ B 30 mA für Wallbox – Standard oder Sonderfall?
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Warum 30 mA bei Wallboxen üblich sind
Bei der Auswahl eines FI Typ B für eine Wallbox spielt neben dem Bemessungsstrom (z. B. 40 A oder 63 A) auch der Bemessungsdifferenzstrom eine entscheidende Rolle. In den meisten Installationen wird ein FI mit 30 mA Auslösestrom eingesetzt.
Doch ist 30 mA immer richtig? Oder gibt es Sonderfälle?
Was bedeutet 30 mA überhaupt?
Der Wert 30 mA beschreibt den Fehlerstrom, bei dem der Schutzschalter auslöst.
30 mA gelten als:
- zusätzlicher Personenschutz
- Standardwert in Endstromkreisen
- normativ üblich für Steckdosen- und Ladeeinrichtungen
Bei einer Wallbox schützt der FI damit vor gefährlichen Fehlerströmen gegen Erde.
Normative Grundlage
Nach DIN VDE 0100-722 müssen Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge durch eine geeignete Fehlerstrom-Schutzeinrichtung abgesichert werden.
Für den zusätzlichen Personenschutz ist üblicherweise ein FI mit:
30 mA Bemessungsdifferenzstrom
vorgesehen.
Der FI-Typ (Typ B oder Typ A EV) hängt von der DC-Fehlerstromüberwachung ab – der 30 mA Wert betrifft die Auslöseschwelle.
Ist 30 mA bei jeder Wallbox richtig?
In den meisten privaten und gewerblichen Installationen lautet die Antwort:
Ja.
Ein FI Typ B 30 mA ist der Standard für:
- 11 kW Wallbox
- 22 kW Wallbox
- private Garagen
- gewerbliche Einzel-Ladepunkte
Wann sind andere Werte sinnvoll?
Andere Bemessungsdifferenzströme wie 100 mA oder 300 mA kommen typischerweise zum Einsatz bei:
- Brandschutzkonzepten
- Hauptverteilungen
- Selektivitätsanforderungen
Diese bieten jedoch keinen zusätzlichen Personenschutz im Sinne von 30 mA und sind für einzelne Wallbox-Endstromkreise nicht üblich.
Warum kein höherer Wert bei Wallbox?
Wallboxen befinden sich häufig:
- in Garagen
- in zugänglichen Bereichen
- in unmittelbarer Nähe zu Personen
Daher ist der zusätzliche Personenschutz mit 30 mA sinnvoll und normativ vorgesehen.
Ein höherer Wert würde zwar seltener auslösen, bietet jedoch weniger direkten Schutz bei Fehlern.
Zusammenspiel mit DC-Fehlerströmen
Wichtig zu unterscheiden:
- 30 mA bezieht sich auf den Auslösestrom des FI
- Die 6 mA DC-Grenze betrifft die Sättigung von Typ A FIs
Ein FI Typ B mit 30 mA erkennt:
- Wechselströme
- pulsierende Gleichströme
- glatte Gleichströme
Damit ist er für Ladeeinrichtungen technisch umfassend geeignet.
Praxisbeispiel
Private Installation:
- 11 kW Wallbox
- separate Leitung
- Vorsicherung 16 A
- keine integrierte DC-Überwachung
Empfehlung:
FI Typ B 40 A / 30 mA, 4-polig.
Häufige Missverständnisse
„Bei 22 kW braucht man 100 mA.“
→ Falsch. Die Ladeleistung beeinflusst den Bemessungsstrom (40 A oder 63 A), nicht den Auslösestrom.
„30 mA löst zu schnell aus.“
→ Ein korrekt dimensionierter Stromkreis löst nur bei tatsächlichen Fehlerströmen aus.
Fazit
Ein FI Typ B mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom ist bei Wallboxen der Standardfall und bietet normgerechten Personenschutz.
Abweichende Werte kommen nur in speziellen Brandschutz- oder Selektivitätskonzepten zum Einsatz.
Die konkrete Auslegung sollte stets unter Berücksichtigung der gesamten Anlage und der Vorsicherung erfolgen.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:
• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• DIN VDE 0100-722 einfach erklärt – Anforderungen für Wallboxen
• FI Typ B oder Typ A EV – was ist normkonform bei Wallboxen
• DC-Fehlerstrom bei Wallboxen – was fordert die Norm