Welche Vorsicherung bei 22 kW Wallbox?

Ausgangspunkt: 22 kW bedeutet 32 A Dauerstrom

Eine 22 kW Wallbox wird dreiphasig mit 3 × 32 A betrieben. Damit zählt sie zu den leistungsstärkeren Verbrauchern im Gebäude und stellt deutlich höhere Anforderungen an Vorsicherung, Leitungsquerschnitt und Fehlerstromschutz.

Die zentrale Frage lautet:

Welche Vorsicherung ist bei einer 22 kW Wallbox normgerecht und technisch sinnvoll?

Technische Grundlage: 32 A pro Phase

Bei 22 kW ergibt sich rechnerisch:

  • 400 V Drehstrom
  • 32 A je Phase
  • Dauerlastbetrieb über mehrere Stunden möglich

Daraus folgt, dass die Vorsicherung mindestens auf diesen Betriebsstrom abgestimmt sein muss.

In der Praxis wird häufig verwendet:

3 × 32 A Leitungsschutzschalter

Wann kommen 35 A oder 50 A Vorsicherungen zum Einsatz?

Je nach Netzanschluss und Leitungsdimensionierung können auch andere Werte vorkommen:

3 × 35 A

  • wenn Reserve gewünscht ist
  • bei leicht überdimensioniertem Leitungsquerschnitt
  • bei gewerblicher Nutzung

3 × 50 A

  • bei größerem Leitungsquerschnitt (z. B. 10 mm² oder mehr)
  • bei Sammelzuleitungen
  • bei zukünftiger Erweiterungsplanung

Entscheidend ist, dass die Vorsicherung immer zum Leitungsquerschnitt und zur Verlegeart passt.

Zusammenhang mit FI Typ B

Die Vorsicherung beeinflusst direkt die Auswahl des FI.

Beispiel:

  • Vorsicherung 3 × 32 A → FI Typ B 63 A üblich
  • Vorsicherung 3 × 35 A → FI Typ B 63 A zwingend
  • Vorsicherung 3 × 50 A → FI Typ B 63 A oder höher, je nach Auslegung

Ein 40 A FI ist bei 22 kW in der Regel nicht ausreichend dimensioniert.

Leitungsquerschnitt beachten

Typische Auslegungen:

  • 5 × 6 mm² → meist 32 A
  • 5 × 10 mm² → 35 A oder höher
  • abhängig von Leitungslänge und Verlegeart

Zusätzlich muss der zulässige Spannungsfall berücksichtigt werden.

Häufige Installationsfehler

Typische Probleme bei 22 kW Anlagen:

  • 32 A Vorsicherung bei zu kleinem Leitungsquerschnitt
  • 40 A FI trotz 32 A Dauerlast
  • mehrere Ladepunkte über denselben Stromkreis
  • fehlende thermische Reserve im Verteiler

Diese Fehler führen häufig zu unerwünschten Auslösungen oder Überhitzung.

Praxisbeispiel

Einfamilienhaus mit 22 kW Wallbox:

  • 5 × 6 mm² Zuleitung
  • Leitungslänge 15 m
  • Separate Absicherung

Typische Lösung:

Vorsicherung 3 × 32 A
FI Typ B 63 A / 30 mA

Fazit

Bei einer 22 kW Wallbox ist in der Regel eine Vorsicherung mit 3 × 32 A vorgesehen. Bei höher dimensionierter Leitung können auch 35 A oder 50 A möglich sein.

Die Vorsicherung muss stets:

zum Leitungsquerschnitt passen

thermisch sicher ausgelegt sein

mit dem passenden FI Typ B (meist 63 A) kombiniert werden

Die endgültige Auswahl erfolgt durch einen Elektrofachbetrieb unter Berücksichtigung der gesamten Anlagenstruktur.

 

Weiterführende Informationen

Wenn Sie sich intensiver mit der Auswahl und Installation eines FI Typ B für Wallboxen beschäftigen möchten, finden Sie hier weiterführende technische Informationen:

• FI Typ B für Wallbox – Normen & Auswahl
• FI Typ B für Wallbox – Normativer Rahmen nach DIN VDE 0100-722
• Summenableitströme bei mehreren Wallboxen – warum FI auslöst
• FI Typ B löst beim Laden aus – Ursachen und Lösungen
• Mehrere Wallboxen über einen FI – zulässig oder problematisch?

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